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Jubiläumskonzerte Juni 2005

Diese Konzerte gehören der Vergangenheit an...

Appenzeller Zeitung, Dienstag, 21. Juni 2005


Würdiges Jubiläum der Bach-Kantorei

Hochstehendes Konzert, an dem auch der Schweizer Komponist Willy Burkhard geehrt wurde

teufen. Die Bach-Kantorei Appenzeller Mittelland beging ihr zwanzigjähriges Bestehen am Samstagabend in Teufen mit einem eindrücklichen Chor- und Orgelkonzert.

Siegrun Schmidt

Unter Leitung von Wilfried Schnetzler wurden in der evangelisch-reformierten Kirche Teufen Werke von Johann Sebastian Bach und Willy Burkhard dargeboten.

Bedeutender Komponist

Es war ein würdiges Jubiläum, das zugleich aufs Datum genau des 50. Todestages eines der bedeutendsten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts gedachte: Am 18. Juni 1955 ist Willy Burkhard im Alter von 55 Jahren gestorben, ein Grund für die Bach-Kantorei, sich mit dem Schaffen dieses genialen Komponisten auseinanderzusetzen, der mit seinen Werken wegweisende Impulse zur Entwicklung der geistlichen Musik unserer Zeit geleistet hat. So passt sein Schaffen in das Wirken der Bach-Kantorei, deren Repertoire neben den grossen Werken von Bach und Händel - man erinnert sich an die grossartigen Interpretationen von «Saul» und «Belshazzar» in historischer Aufführungspraxis - auch das zeitgenössische Repertoire umfasst und damit die grosse Spannbreite des Chores aufzeigt.

Auf der Orgel eingeleitet

Während noch die letzten Strahlen der Abendsonne durch die schönen Kirchenfenster blitzten, leitete Ursula Jaggi das Konzert auf der Orgel feierlich mit Präludium und Fuge in a-Moll von Johann Sebastian Bach ein, in welchem sie mit dem facettenreich gestalteten Fugensatz begeisterte.

Immense Schwierigkeiten

Das Hauptwerk des Abends war zweifelsohne die Kantate «Die Sintflut» von Willy Burkhard. Das A-cappella-Werk entstand als letzte Komposition kurz vor dem Tode das Komponisten und war einst dem renommierten Berner Kammerchor gewidmet. Der Bach-Kantorei kommt das Verdienst zu, hier ein eindrückliches Stück Musik zu Gehör zu bringen. Burkhard hatte Texte aus dem Alten Testament (Genesis) zusammengestellt und diesen eine bewegende Form gegeben. Doch seine Tonsprache enthält ohne Kompromisse für den Chor immense Schwierigkeiten, Chromatik, Reibungen, Dissonanzen, welche die Bach-Kantorei unter Wilfried Schnetzlers Leitung mühelos bewältigte. Schöner Chorklang in allen Stimmgruppen, homogen und gut ausgebildet, textverständlich und überaus intonationssicher, so überzeugte der Chor in dieser äusserst anspruchsvollen Komposition, die sowohl gestalterische Dramatik als auch betrachtende und ruhige, gesangliche Sequenzen umfasst. Solistische Einsätze der verschiedenen Chorregister unterstrichen die nuancierten Ausdrucksmöglichkeiten des vorzüglich geschulten Vokalensembles.

Bach-Motette

Sehr stimmig leitete Ursula Jaggi an der Orgel nach dieser beeindruckenden Darbietung mit dem Choralvorspiel «Allein Gott in der Höh sei Ehr» von Johann Sebastian Bach zum zweiten grossen Chorwerk des Konzerts über, der Bach-Motette «Jesu, meine Freude».

Höchstes Niveau bewiesen

Auch hier bewies der Chor, unterstützt von Ursula Jaggi als Orgel-Continuospielerin, höchstes Niveau. Die gross angelegte Motette wechselt zwischen strengen Choralsätzen, bewegten Textausdeutungen und Choralvariationen, die dem Chor höchste Präsenz abverlangen. Transparent im Klang des fünfstimmigen Satzes entfaltete sich das Werk in seinen verschiedenen Schattierungen und zeigte aufs Neue die flexible Gestaltungskraft und Stimmschönheit der Bach-Kantorei.

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